Am 12. November berichtete die Rhein-Lahn Zeitung über die Überlegungen und Diskussionen in der VG Katzenelnbogen zum Thema "Zukunft der Feuerwehren". Auf der Delegiertenversammlung wurde das Thema bereits angesprochen. Der KFV Rhein-Lahn hat nun nachstehende Stellungnahme veröffentlicht:

Stellungnahme des Kreisfeuerwehrverbandes Rhein-Lahn und des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland.Pfalz

Schon 1971 hat man in Rheinland-Pfalz in einer Feuerwehrverordnung festgeschrieben, dass innerhalb von 8 Minuten nach der Alarmierung an jedem Ort eines möglichen Schadens die Feuerwehr die ersten Hilfsmaßnahmen einzuleiten hat.

Dieser Sicherheitsstandard, auf den sich unsere Bevölkerung schon seit Jahrzehnten verlassen kann, und der auch nach der Novellierung der Feuerwehrverordnung, die inzwischen mit allen Feuerwehrgremien abgestimmt ist, politischer Wille ist, lässt sich nur halten, indem man insbesondere in ländlich strukturierten Gebieten, (große Flächen mit darüber verstreuten kleinen Ortschaften) in jedem Ort eine Feuerwehr vorhält, gemäß einer Aussage unseres Ministerpräsidenten anlässlich der sechzig Jahr Feier der Feuerwehren von Rheinland-Pfalz: „So wie die Kirche im Dorf gehört auch die Feuerwehr ins Dorf".Der abwehrende Gefahrenschutz und die allgemeine Hilfe sind nur dieses ehrenamtliche System der Feuerwehren leistbar.

Zum Vergleich: Ein Löschzug, hauptberuflich vorgehalten, würde jedes Jahr dem zuständigen Aufgabenträger etwa 4,62 Millionen Euro an Personalkosten verursachen (22 Mann x 4,2 x 50.000,00€)

Gleichzeitig würde sich der Sicherheitsstandard in der Fläche auf ein Minimum reduzieren.Um aber das ehrenamtliche Personal in der Fläche bei den Feuerwehren zu erhalten, gibt es mehrere Lösungsmöglichkeiten.Eine davon ist, dass man in den Bauhöfen, Eigenbetrieben und Verwaltungen ausgebildete Feuerwehrangehörige bei jedem Aufgabenträger beschäftigt, die im Alarmfall den ersten Abmarsch abdecken.

Ferner muss man Möglichkeiten finden, um das Ehrenamt in der Freiwilligen Feuerwehr öffentlich zu stärken, z.B. auch durch Vergünstigungen bei der Nutzung öffentlicher Einrichtungen Schwimmbäder) um so zu erreichen, dass auch unser Nachwuchs den Zugang zur Feuerwehr findet. Aussagen wie sie in dem Presseartikel der Rhein-Lahn-Zeitung, vom 12.11.2009 zitiert werden, halten mit Sicherheit diesen Nachwuchs von der Feuerwehr fern.

 


Hier nun der Bericht aus der Rhein-Zeitung (Ausgabe Diez) vom 12.11.2009:

VGRat Katzenelnbogen diskutiert Zukunft der Einheiten Zwei neue Fahrzeuge beantragt

Der Einsatz für in Not geratene Mitmenschen funktioniert nur, wenn sich ehrenamtliche Kräfte finden, die zum Beispiel als Brandbekämpfer helfen wollen. Doch sie erhalten immer seltener Freistellungen von ihren Arbeitgebern.

KATZENELNBOGEN. Wie könnte die Feuerwehr von morgen aussehen? Darum ging es in der jüngsten Sitzung des Katzenelnbogener Verbandsgemeinderates, der sich nach der Behandlung des neuen Betriebszweigs für die VGWerke (die RLZ berichtete) mit der Zukunft der Wehren beschäftigte.

Auslöser für die Diskussion war der Beschluss, GerätewagenTragkraftspritzenfahrzeuge (GWTS) für die Wehren in Biebrich und in Oberfischbach zu bestellen. Wegen der Unsicherheit über die Gestaltung der FeuerwehrVerordnung bleibt es zunächst bei dem Antrag für diese beiden neuen Fahrzeuge. "Wir haben schon viel Zeit mit vorherigen Verordnungen verbracht, die dann nicht lange Bestand hatten", beklagte Jörg Denninghoff (SPD). Auch Horst Klöppel (CDU) stimmte dem Vorschlag zu.

"Wir brauchen eine Perspektive für die Feuerwehren und sollten auch einmal über deren Strukturen reden brauchen wir denn wirklich 20 Wehren in der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen?", fragte Karl Protze (FWG). Er schlug vor, dass ein Forum eingerichtet werden soll, in dem Mitglieder des VGRates mit Feuerwehrleuten über die Struktur der Einheiten reden können. "Wir sollten auch die ,Heiligen Kühe" überprüfen", so der Fraktionssprecher der Freien Wähler.

"Vielleicht wäre es sinnvoll, zu einer solchen Runde auch den Sachverstand von außen hineinzuholen", ergänzte VGBürgermeister Harald Gemmer. Im Einrich werde die Lage durch eine relativ große Fläche, aber auch durch viele relativ kleine Orte bestimmt Einsätze seien dabei personalintensiv. Horst Meyer (SPD) ergänzte, dass es bei Einsätzen tagsüber zu Engpässen kommen könne. Sein Vorschlag: Mitarbeiter der VGVerwaltung oder Hausmeister könnten bei Einsätzen einbezogen werden. Harald Gemmer entgegnete, dass es schwierig sei, Newcomer einzusetzen.

Hayda Rübsamen (FWG) merkte kritisch an, dass der Einsatz für die Floriansjünger von manchen Betrieben erschwert werde. "Einige Arbeitgeber lassen die Leute nicht zu Einsätzen gehen", meinte sie. Schon in Vorstellungsgesprächen bedeute der Wunsch, für die Feuerwehr freigestellt zu werden, das "Aus" für Bewerber. Außerdem sei eine unerfreuliche gesellschaftliche Entwicklung zu bemerken, dass sich weniger Menschen als bisher ehrenamtlich engagieren wollen.

Positiv fiel dagegen die Lösung von DINNormen beim Feuerwehrgerätehaus in Rettert aus. Nach diesen Vorgaben hätten umfangreiche Umkleiden und Duschräume neben dem Gerätehaus gebaut werden sollen, was mit rund 60 000 Euro zu Buche geschlagen hätte. Harald Gemmer erklärte, dass statt dessen auch Umkleide und Duschräume im Dorfgemeinschaftshaus genutzt werden können. Dazu müsse lediglich ein direkter Zugang vom Feuerwehrgerätehaus aus geschaffen werden, was allerdings mit einem geringen Aufwand erledigt werden könnte. Diesem Vorschlag stimmte der VGRat zu, ein Forum eingerichtet werden soll, in dem Mitglieder des VGRates mit Feuerwehrleuten über die Struktur der Einheiten reden können.    (ag)